Was hat Luther mit Druckereien zu tun?

Kalenderblatt zum 4. Mai

lutherDer 4. Mai 1521 jährt sich heute zum 495. Mal. Daß dieser Tag für die deutsche Sprache und für die Entwicklung des Druckereigewerbes denkwürdig ist, weiß nicht jeder.  Das Ganze hat mit Luther zu tun und wirkt bis in unsere Tage nach.

Am 16. April 1521 traf Luther in Worms ein, wo er auf dem dort stattfindenden Reichstag vor dem Kaiser und den versammelten Fürsten sprechen sollte. Man legte Luther nahe, seine Lehren zu widerrufen und die ketzerischen Predigten gegen den Papst und die katholische Kirche zu unterlassen. Luther jedoch fühlte sich nach wie vor im Recht und ließ sich nicht einschüchtern. Schon seine Reise nach Worms quer durch Deutschland glich einem Triumphmarsch, das Volk jubelte ihm zu. Auch ein guter Teil der Reichsfürsten war auf Luthers Seite. So kam es, wie es kam: Luther blieb bei seinen Ansichten und darf wieder aus Worms abreisen. Ein Schutzbrief sichert ihm freies Geleit für 21 Tage zu.

Trotzdem war Luther in Gefahr: Er hatte zu viele mächtige Feinde. Nach dem Reichstag waren es sicher nicht weniger geworden. Deshalb entschloss sich der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise, Luther einige Zeit von der Bildfläche verschwinden zu lassen und ihn dadurch in Sicherheit zu bringen.

Die Bibelübersetzung auf der Wartburg – Luthers Meisterleistung

 

 

Auf der Heimreise aus Worms wird Luther am 4. Mai 1495 im Glasbachgrund im tiefen Thüringer Wald  bei dem Dörfchen Steinbach von vermummten Reitern entführt. Heimlich wird Martin Luther – wohl mit seinem Wissen – auf die nahe gelegene Wartburg gebracht, wo er als der geheimnisvolle „Junker Jörg“ bekannt wird.

Zurückgezogen in seine Kammer bringt Luther hier einen wichtigen Teil seines Lebenswerkes zu Papier: Er übersetzt das Neue Testament aus dem Lateinischen in die deutsche Sprache. Zum einen hat er damit die Bibel dem Volke näher gebracht. Zum anderen hat er sich damit große Verdienst um die Entwicklung der deutschen Schriftsprache gemacht. Mit dem Neuen Testament erscheint ein weit verbreitetes Werk auf Deutsch. Das gab es bis dahin nur selten.

Die deutsche Schriftsprache und das Druckereigewerbe profitieren

Zum ersten Mal besteht durch die Entwicklung der Druckereitechnik die Möglichkeit, das Werk in großen Auflagen zu drucken. Die ersten 3.000 Exemplare des gedruckten Neuen Testamentes waren rasend schnell verkauft.  Das war ein gutes Geschäft für alle Beteiligten. Im September 1522 erschien die erste Auflage (3.000 Bücher) in Wittenberg. Trotz des hohen Preises von 1,5 Gulden war die Auflage schnell vergriffen. Schon im Dezember des selben Jahres hatten die Druckmeister die nächste, verbesserte Auflage gedruckt und in den Verkauf gebracht.

Die Bibel mit ihrem gigantischen Inhaltsumfang allgemeinverständlich in das Deutsche zu übersetzen, ist die Meisterleistung Luthers. Er transferierte die schwerfällige lateinische und griechische Vorlage so, daß sie dem gesprochenen Wort nahe kam.  Das gilt auch noch heute beim Verfassen von Texten: Kurze und allgemeinverständliche Sätze sind die Grundlage für den Erfolg von Webseiten und Mailings.

So hat also Luther mit seiner Bibelübersetzung einen großen Schritt in die Zukunft gemacht, von dem wir noch heute profitieren.

Luthjer übersetzte die Bibel ins Deutsche. Damit schuf er die Grundlage zur Erschaffung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache. Davon profitieren wir noch heute; zum Beispiel beim Texten von Mailings.

Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche. Damit schuf er die Grundlage zur Erschaffung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache. Davon profitieren wir noch heute; zum Beispiel beim Texten von Mailings

Die Lutherstube auf der Wartburg bei Eisenach.

Fotos: Uwe Fenner